Beide Leben : Roman / Gabriel Krauze ; aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence.

By: Krauze, Gabriel, 1986- [VerfasserIn]Contributor(s): Löcher-Lawrence, Werner, 1956- [ÜbersetzerIn]Language: German Publication details: Zürich ; Berlin : Kein & Aber, [2021]Edition: Deutsche ErstausgabeDescription: 380 Seiten ; 19 cmISBN: 978-3-0369-5850-7Uniform titles: Who they was <dt.> Subject(s): LondonGenre/Form: Belletristik | Autobiographie
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2021SZ008 (Browse shelf (Opens below)) Available

Zitat von Friedrich Nietzsche auf Seite 237

Es geht um Ansehen, Überleben und Macht. Der junge Snoopz wohnt in einer gefährlichen Gegend im Nord- Westen Londons, wo er sich als Drogendealer und Gangster jeden Tag in einer harten Kampfzone beweisen muss.

Der englische Schriftsteller Gabriel Krauze ist Mitte 30 und erzählt mit "Beide Leben" seine eigene Geschichte mit den Mitteln der Literatur. Sein beeindruckender Debütroman beschreibt das harte und brutale Leben inmitten von riesigen Wohnblocks in South Kilburn, wo gedealt, geraubt und gemordet wird.

Gabriel Krauze kam schon als Teenager mit Drogen und Gewalt in Verbindung und schildert das in seinem Roman. Um zu Überleben, muss man sich verteidigen und braucht eine Knarre und ein Messer. Um etwas zu sein, muss man sich einen Ruf aufbauen. Und um mitspielen zu können, braucht man Geld. Deshalb raubt Krauzes Hauptfigur Snoopz reiche Frauen aus, bricht in Wohnungen ein und vertickt Drogen.

Als er mit 17 sein Zuhause verlässt erfüllt sich Snoopz einen großen Wunsch: Er nimmt ein Studium der Englischen Literatur auf. In den Tragödien, Romanen und philosophischen Schriften findet er seine Lebenssituation wider gespiegelt. Besonders ist Snoopz von Friedrich Nietzsches Moralphilosophie, in der die Moral ins Verhältnis zu den äußeren Umständen gestellt wird. Und die Lebensbedingungen unter gewaltbereiten Gangstern sind hart. Dort unterliegt die Moral ganz klar dem Selbsterhaltungstrieb.

Für "Beide Leben" stand Gabriel Krauze sowohl auf der Longlist für den Booker Prize also auch für den Dylan Thomas Prize. Der Roman beeindruckt auch durch seine fließende Sprache, die authentisch von Szene zu Szene führt und Umgangssprache zu Literatur macht. Dabei geht es in dem Roman nicht um ein Doppelleben zwischen Gangster- und Studentenidentität, sondern um die Gleichzeitigkeit.

Gabriel Krauzes autobiographische Hauptfigur Snoopz lebt beide Aspekte parallel zueinander aus. Eben noch im Anzug als Angeklagter vor Gericht, danach an die Uni ins Shakespeare- Seminar. Doch in beiden Welten geht es immer um dasselbe: Liebe, Rache und Tod.

Eine Rezension von Claudia Cosmo <https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/buecher/buch-der-woche/beide-leben-100.html> (15.12.2021).